Projektkurs HH#Welt

Ich habe gerade den Blog von Thorsten Puderbach über Projektarbeit mit agilen Methoden gelesen, den ich an dieser Stelle allen am projektorientierten Lernen interessierten Menschen empfehlen möchte. Thorsten schildert hier seine Erfahrungen mit der Projektarbeit in einer 7. Klasse, die ich sehr spannend finde. Beeindruckend finde ich die Offenheit, die Interessen der Schüler_innen aufzunehmen und dann umzusetzen – bei allen Schwierigkeiten.

Die agilen Methoden werde ich auch mal ausprobieren. Die Projektplanung mit dem wöchentlichen Standup finde ich sehr beeindruckend und werde es auch mal testen. Ich organisiere den Lernprozess noch sehr linear über Arbeitspläne, die durchnummeriert sind. Mit einer offenen Arbeitsweise bin ich am Anfang gescheitert, weil es die Schüler_innen überhaupt nicht kannten.

Ein bisschen bin ich auch neidisch auf Thorstens Bericht. In meiner Lerngruppe, dem Projektkurs Jg. 7 Von Hamburg in die Welt (PK.HH#Welt) ist die Leistungsbandbreite mindestens drei Klassenstufen groß, dazu zwei Inklusionskinder und einen Schüler, der kaum Deutsch spricht, geschweige denn lesen kann. Das agile, interaktive Arbeiten, das Thorsten beschreibt, war bisher bei mir im Projektkurs nicht möglich. Zu unterschiedlich sind die Kommunikationsfähigkeiten der Schüler_innen. Auch die Aufmerksamkeitsspanne für einen Input oder eine gemeinsame Statusbesprechung ist für die Hälfte meiner Schüler_innen nur bei 10 Minuten, so dass ich aufwendige Standups nicht machen konnte.

Deshalb habe ich meinen Fokus etwas anders gelegt:

  • sehr differenziertes Aufgabenangebot, Projektheft
  • viele außerschulische Lernorte
  • verschiedene Arbeitsorte in der Schule
  • Arbeiten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Mein erste Projekt heißt Expedition, wobei wir unterschiedliche Exkursionen machen. Wir waren an der Elbe, haben das Orientieren mit Karten im nahegelegenen Niendorfer Gehege geübt, haben eine Stationen-Rallye in der Nähe der Schule gemacht (der Track wurde mit gpsies.de erstellt, dafür habe ich einen Projektaccount angelegt) sowie eine HVV (Verkehrsverbund) Rallye gemacht. Zuletzt absolvierten wir eine Rechercheschulung bei den Bücherhallen (Stadtbibliothek).

Zu jeder dieser Expeditionen gab es einen  differenzierten Aufgabenplan, der verschiedene Aufgaben zur Auswertung der Expeditionen beinhaltete. Dieser Plan enthielt Aufgaben, von sehr leicht bis schwer. Alle Aufgabenpläne können in unserer Lernplattform (Schulcommsy.de) online abgerufen werden. Die Schüler_innen bearbeiten die Aufgaben in ihrem Projektheft. In dieses Heft werden alle Bilder eingeklebt, Karten gesammelt und Aufgaben gelöst. Das Projektheft ist die Zentrale des Projekts. Es entspringt der Idee der konstruktivistischen Weltaneignung. Alle Menschen eignen sich die Welt nach einem eigenen System an. Dabei geht es um die geeignete Selbstkonstruktion von Wirklichkeit und die sinnvolle Abgleichung dieser Wirklichkeit im sozialen Kontext. D.h. bei mir im Projektkurs, dass es eine gesellschaftliche Abmachung ist, dass wir in Karten alles blau markieren, was mit Wasser zu tun hat (Die lila Flüsse einer Schülerin war neulich eine interessante Wirklichkeitskonstruktion).

Das Projektheft bearbeiten die Schüler_innen sehr unterschiedlich. Einige haben noch Schwierigkeiten, ein Bild gerade auszuschneiden und aufzukleben (z.B. zum Thema Gezeiten), wo ich bisher dachte, dass man dieses in der Grundschule lernt, andere Schüler_innen planen eigene Tracks über die Plattform Gpsies.com.

Kleiner Exkurs: Wir arbeiten an der Stadtteilschule Niendorf mit der Kommunikationsplattform iserv, über die man für jeden Kurs eine Gruppe anlegen kann, die gleichzeitig eine Gruppen-Email-Adresse generiert: pk.hh#welt@sts-niendorf.de wer uns eine Mail schicken möchte.

Wir wollen im Projektkurs viel außerhalb der Schule arbeiten. Aber auch in der Schule bleiben wir nicht mehr nur auf unseren Kursraum beschränkt. Zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse der jungen Menschen an ihren Lernort. Am Anfang hatte ich noch sechs Gruppentische mit vier Stühlen eingerichtet. Schnell zeigte es sich, dass dieses Arrangement, das woanders gut klappt, hier im Projektkurs nicht funktionierte. Die problembeladenen Schüler_innen gruppierten sich an zwei Tischen, an denen das Chaos tobte. Die Jungs waren nur mit sich selbst beschäftigt.  Ich musste schnell umgestalten.

Ich drehte alle Tische um, mit dem Blick nach außen, auf die Wand oder auf das Fenster. Nur einen Gruppentisch beließ ich, für die Gruppe, die wirklich zusammen arbeiten konnte. Darüber hinaus suchte ich nach weiteren Lernorten. Einen Nebenraum, in dem ein Biologielager war, räumte ich aus und stellte einen weiteren Gruppentisch hinein. Auf dem Flur organisierte ich zwei weitere Einzeltische zum Arbeiten.

Die Projektarbeit findet also im Moment an vier verschiedenen Orten statt. Eine Regel für die Arbeit im Projektkurs lautet: Jeder Schüler sucht sich einen Platz, an dem er gut und ungestört arbeiten kann. Viele haben noch große Schwierigkeiten, sich selbst zu steuern und zu merken, wo sie gut arbeiten können. Am liebsten wollen sie nur mit ihren Kumpels zusammen sein und über Computerspiele reden. Aber langsam merke ich Veränderungen: Die Schüler sehen, dass sie an einem ruhigen Arbeitsplatz mehr schaffen, als wenn sie mit ihren Kumpels herumhängen. Der Lärmpegel im Kursraum ist deutlich gesunken.

Aber auf dem Weg zur guten Selbstorganisation der jungen Menschen ist es noch ein weiter Weg.

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Projektkurs „Von Hamburg in die Welt“

Mal richtig Zeit haben! Nicht durch 5 Kapitel hetzen bis zur nächsten Klassenarbeit! Den Sachen mal auf den Grund gehen können! An den Interessen der Schüler_innen anknüpfen! In Projekten arbeiten!

Träumen wir Pädagogen nicht immer davon, den vermeintlichen Zwängen des Lehrplans und der Klassenarbeitsplanung zu entfliehen?

Das alles soll Wirklichkeit werden in den neuen Projektkursen an der Stadtteilschule Niendorf in Hamburg. Nach einjähriger Vorbereitungszeit durch die AG Projektkurse haben sich die Schüler_innen des 7. Jahrganges in 6 Projektkurse gewählt. Ich ging am Anfang des neuen Schuljahres mit dem Projektkurs „Von Hamburg in die Welt“ mit 25 Schüler_innen an den Start. In diesem Projektkurs will ich Projekte im geografischen und gesellschaftlich/politischen Kontext entwickeln.

Das erste Projekt „Expedition“ sollte die vielfältigen Möglichkeiten der geografischen Orientierung, von Himmelsrichtungen bis zu GPS zum Thema haben. Die Schüler können lernen, wie man eine Expedition plant und organisiert. Ich will sie dazu motivieren, sich mit Karten, geografischen Strukturen und immer neuen Fragen auf einer Exkursion zu beschäftigen.

Unsere erste Expedition führte uns in den nahen Park, dem Niendorfer Gehege. An der Kirche orientierten wir uns mit der aufgehenden Sonne, der Wetterfahne auf der Kirchturmspitze und der Ausrichtung des Kirchenschiffes. Mit der Kompass-App kontrollierten wir die Ausrichtung unserer Karte. Dann ging es auf zum nahen großen Spielplatz. Die erste Gruppe machte sich auf den Weg, mit der Karte in der Hand – und in falscher Richtung. Alle anderen Gruppen stratzten ohne Nachdenken hinterher. So kamen die Schüler_innen erst mit größerer Verspätung und großem Umweg an – an der Kartenorientierung müssen wir also noch arbeiten.

Auf dem Spielplatz war die Aufgabe, eine eigene Skizze des Platzes aus der Helikopter-perspektve zu zeichnen. Aber die Schüler_innen gingen lieber an den Geräten spielen, sie sind dann doch noch Kinder.

Die nächste Expedition ging dann an den Elbstrand nach Wittenbergen. Dabei stand wieder die Orientierung nach Karten auf dem Programm. Darüber hinaus wollte ich herausfinden, wie weit die Schüler_innen eigene Fragen stellen können, die man auf einer Expedition stellen, und vielleicht auch beantworten kann. Leider war das Ergebnis ernüchternd. Die Kleinen spielten am Strand und liefen die Geesthügel herunter, aber was vielleicht spannend sein könnte am Ufer des großen Flusses, fiel keinem ein. Dabei floss die Elbe gerade „verkehrt herum“ flussaufwärts, große Schiffe fuhren vorbei, ein Leuchtturm und ein Radarturm waren in Sichtweite, Wasserstandspegel konnten begutachtet werden. Viele Gelegenheiten, sich Fragen zu stellen. Aber haben wir in der Schule den Schüler_innen die Neugier schon abgewöhnt, weil wir immer die Fragen stellen?

Das Ziel des Projektkurses, an den Interessen der Schüler_innen anzuknüpfen, war noch schwer umzusetzen, weil sie einfach keine Interessen äußerten. Also mehr Geduld haben.

Wir haben dann die Expedition in der Klasse nachgearbeitet. Dabei habe ich als Lehrer dann doch wieder die Aufgaben gestellt:

  • Was muss man für eine Expedition mitnehmen?
  • Wie plant man den Weg?
  • Welche Verpflegung ist sinnvoll?
  • Welche Fragen kann man in seinem Exkursionsgebiet stellen?
  • Wie bestimmt man die Himmelsrichtungen?
  • Was muss man über den Fluss Elbe wissen?
  • Wie kann man Wege mit Karten planen? Wie kann man Tools wie http://www.Gpsies.com zur Wegplanung nutzen?

Die Schüler arbeiten mit einem Projektheft, in das sie alle Lern- und Arbeitsergebnisse eintragen. Das Projektheft ist auch ihr Lernnachweis. Bei Tests dürfen sie es zum Nachschlagen benutzen, als Belohnung für gutes Arbeiten. Leider ist die Begeisterung für das Nacharbeiten von Expeditionen, wobei man seine Erlebnisse und Erkenntnisse aufarbeitet und aufschreibt, nicht sehr beliebt bei den jungen Leuten. Die meisten Projektkursschüler_innen kommen nur sehr mühselig zu Ergebnissen in ihrem Projektheft. Etwas fünf Schüler arbeiten interessiert, sieben bekommen gar keine Ergebnisse in ihr Heft.

Bei der Projektvorstellung hatten sich die Schüler_innen wohl doch etwas falsche Vorstellungen gemacht. Sie hatten wohl den Eindruck, dass in diesem Projektkurs nur Ausflüge gemacht werden. Dass Lernen in Projekten auch fleißige Mühsal bedeutet, habe ich wohl nicht genug deutlich gemacht.

Es ist ja nichts neues in der Pädagogenszene, dass Lehrer darüber jammern, was die Schüler alles nicht können, was sie eigentlich können sollten. Wir müssen die Schüler so nehmen, wie sie zu uns kommen und das beste daraus machen. Wir Lehrer müssen das Lernsetting immer wieder so anpassen, dass für die Schüler gute Lernmöglichkeiten entstehen.

Die Zauberformel, wie ich mehr als die acht interessierten Schüler (von 25) begeistern könnte, habe ich noch nicht gefunden. 1/3 interessierte Schüler_innen sind jedoch viel zu wenig, um eine anregende Atmosphäre und ein projektorientiertes Arbeiten in einem Kurs zu ermöglichen. Erschwerend ist, dass der Kurs aus sechs verschiedenen Klassen zusammengesetzt ist. Noch sind die Schüler_innen nicht wirklich bereit, sich auf die Mitschüler aus den anderen Klassen einzulassen.

Hier ist die Ausschreibung für den Projektkurs: Ausschreibung Projektkurs

Hier sind meine bisherigen Arbeitspläne: Aufgaben Projekt1 Expedition

Mit Trello Veranstaltungen mit Schülern organisieren

Dienstag, der 20.6.2017. Ich habe schlecht geschlafen, weil ich Bedenken hatte, ob der „Schülerkongress“, der ab 12 Uhr in der Aula stattfinden sollte, auch klappen würde. Dann die Schrecksekunde um 10 Uhr: Beide Schüler, die für die Moderation und Leitung des Kongresses verantwortlich waren, haben sich krank gemeldet. Um 11 Uhr kommt die Entwarnung: Eine Schülerin, bisher eher still im Unterricht, hat sich selbstständig mit die Moderationskarten besorgt und die Leitung der Veranstaltung übernommen. Steine fielen von meinem Herzen. Vor allem auch der Stein, der daran zweifelte, dass Selbstorganisation in der Schule machbar ist.

Der „Schülerkongress“ an der Stadtteilschule Niendorf war eine der ersten selbstorganisierten Veranstaltungen, die ich mit Schülern durchgeführt habe. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, die Partizipation der jungen Leute am politischen Geschehen zu stärken. Ich wollte Räume inszenieren, in denen sie sich als „wichtig“ und als „gewollt“ und „beachtet“ erleben können.

Selbstorganisiert heißt für Lehrer auch immer: Verantwortung und Kontrolle abgeben – meist gar nicht so leicht für Lehrer, denen die „Kontrolle über den Unterrichtsprozess“ schon im Referendariat eingebleut wird.

Das fängt dann mit der Veränderung der Haltung zum Lernen an. Im Februar habe ich der Klasse den Auftrag gegeben, diesen Schülerkongress zu organisieren. Für die zwei Seminarstunden pro Woche wird die Klasse zu einer Agentur, die diesen Auftrag umsetzt. Ich wollte mich nur noch als Coach einbringen, der Impulse aus meiner Erfahrung mit politischen Veranstaltungen gibt. Es wurden zwei Projektleiter gewählt und erste Verantwortlichkeiten verteilt. Auch räumlich sollte die veränderte Haltung deutlich werden: Die Tische im Klassenraum wurden zu einem langen Konferenztisch zusammengestellt.

Das zentrale Kommunikationstool wurde ein Trello-Board.

trello.com ist ein Internet-Tool, mit dem man kostenlos Projekte und Veranstaltungen organisieren kann. Die Bedienung ist sehr intuitiv und einfach. Die Schüler fanden sich schnell mit der Handhabung zurecht. Alle Informationen wurden im Board gespeichert und waren so für alle jederzeit nutzbar. Es war nicht mehr nötig, E-mails hin und her zuschicken, und zu fragen, „hast du die E-Mail bekommen?“

Die Organisation erfolgt über eine Sachstruktur über Listen, die von links nach rechts aneinander gereiht werden; sowie über die zeitliche Struktur von oben nach unten, in dem in den Listen die Aktivitäten chronologisch abgelegt werden. Meine Aufgabe als Coach war die Erstellung dieser Struktur, die neuen Karten hinzuzufügen. In den Karten haben dann die Schüler ihre Aktivitäten abgelegt: Dateien, Kommentare und Ideen, Checklisten und Fotos waren die wichtigsten Inhalte der Karten. 

Unsere erste Aktivität war das Brainstorming von möglichen Workshop-Themen auf dem Kongress, die Brainstorming-Karten wurden auf dem Boden ausgelegt und ein Foto davon in die Trello-Liste „Workshops“ gestellt. So hatte jeder Zugriff zu den ursprünglichen Planungen.

Unter der Liste „Projektsteuerung“ habe ich für jede Woche eine Checkliste mit Aufgaben für die Projektleiter eingestellt, die diese ergänzt und mit dem „Team“ (= Klasse) abgearbeitet haben. Weitere Listen waren dann die üblichen Aufgabenbereiche einer Veranstaltung: * Teilnehmer und Akkreditierung, * Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation, * Verpflegung, * Technik, * Kommunikation mit Gästen, * Veranstaltungsformen auf dem Kongress (Workshops, Talks, open space), * Auswertung.

Eine zentrale Frage für Lehrer ist immer wieder: Wie bewerte ich dieses „nicht-unterrichtliche“ Lernen? Das tolle Engagement der Schüler nicht zu bewerten, kam für mich nicht in Frage, denn im schulischen System, das auf dauernde Bewertung aufbaut, haben nicht-bewertete Aktivitäten einen geringen Stellenwert. Ich habe eine quantitative und eine qualitative Bewertung durchgeführt. Die quantitative Bewertung erfolgte über die Trello-Liste „Arbeitsnachweise“. Hier stellte ich für jede Vorbereitungswoche eine Karte ein mit der Aufforderung an die Schüler, ihren Beitrag zum Kongress dieser Woche einzutragen. Jeder Eintrag wurde von mir in der Arbeitsliste mit einem „Haken“ dokumentiert. Durch die Trello-Liste konnte ich die Arbeitsnachweise in Ruhe anschauen und „verbuchen“. Die Schüler bekamen die eigene Verantwortung, ihren Beitrag zu dokumentieren. Durch das Trello-Tool ging auch nichts verloren, Ausreden („ich habe mein Heft zu Hause vergessen“) waren nicht mehr möglich.

Für die qualitative Bewertung der Arbeit habe ich ein Kompetenzraster „Engagement im Projekt“ entwickelt.

Hier habe ich versucht, in fünf Stufen das unterschiedliche Engagement zu beschreiben. Ich beobachte meine Schüler während der Vorbereitungsarbeit (welch ein Luxus) und ordne ihren Einsatz den Stufen zu. Natürlich habe ich vorher den Schülern dieses Kompetenzraster gegeben und sie aufgefordert, in ihren Arbeitsnachweisen sich selbst einzuschätzen. Diese Einschätzungen habe ich dann in meine Bewertungslisten eingetragen.

Diese Einschätzungen kann ich dann in Ruhe am Schreibtisch in Trello nachlesen. Das Kompetenzraster kann man sich hier herunterladen: KR Engagement Projekt

Insgesamt hat sich die Arbeit mit http://www.Trello.com bewährt. Es ist ein einfaches, leicht zu bedienendes Tool, das für die Schüler intuitiv zu bedienen ist. Als Anmeldung wird nur eine E-Mail-Adresse benötigt. Über andere Erfahrungsberichte und Tipps würde ich mich freuen.

Der Lehrer als Gastgeber

Lange ist es her, da begeisterten die Filme von Reinhard Kahl die Pädagogenszene. Seine Filme „Treibhäuser der Zukunft“ führten uns durch ganz Deutschland zu „gelingenden“ Schulen. Reinhard Kahl dokumentierte Schulen, in denen das Lernen besser gelingen sollte als in anderen. „Gelingen“ – das hörte sich ganz unwissenschaftlich an in Zeiten, wo über Kompetenzen und standardisierte Test diskutiert wurde. Aber das ganz undogmatisch daherkommende Wort „Gelingen“ ermöglichte einen unvoreingenommenen Blick auf das, was gezeigt wurde.

Von dem hat mich bis heute ein Lehrer der Bodenseeschule stark beeindruckt, von einer Schule, die ohne den ganzen Reformzirkus auskommt. Das Porträt dieses Lernens nannte Reinhard Kahl „Der Lehrer als Gastgeber“ – eine Haltung, die ich mir gerne immer öfter zu eigen machen möchte als Lehrer. Diese Haltung hat auch den Namen dieses Blogs geprägt:  Als Lehrer arrangiere ich eine Lernumgebung, in der das Lernen stattfinden kann. Dieses Lernen geht weit über das „Unterrichtet-Werden“ hinaus: Über das Smartphone kann an der Bushaltestelle, in der U-Bahn, in der Nacht, auf dem Klo usw. gelernt werden. Dank der Lernportale kann man immer auf die Lerninhalte zugreifen. Deshalb der Untertitel: Lernen ist immer.

In der Bodenseeschule begrüßte der Lehrer seine Schüler mit Handschlag, das war der Beginn der Stunde. Der Lehrer stellte die Lernmaterialien bereit, sprach mit einzelnen Schüler_innen, gab noch einige Tipps,  beantwortete Fragen usw. Die Schüler_innen nahmen ihre Kästen mit den Aufgaben aus dem Regal und finden an zu arbeiten. Alles ganz entspannt und gelassen, und das in einer 7. Klasse einer Werkrealschule. Ich versuche auch, mindestens zehn Minuten vor dem Klingeln im Unterrichtsraum zu sein und die Tische vorzubereiten. Bücher auf die Tische legen, Aufgabenblätter auslegen, Computer auf jeden Gruppentisch, ev. Versuche vorbereiten. Beamer anschalten, Lernportal aufrufen und ggf. ein Lernvideo aufrufen. An Tagen, an denen ich die ersten Stunden habe, versuche ich am Abend vorher die Tische vorzubereiten.

Die Schüler_innen trudeln dann so langsam ein, sitzen in den letzten Pausenminuten noch vor den Handys und klönen noch die letzten Dinge. Und dann, in der letzten Woche ist es passiert, da schaue ich um 10.03 Uhr auf die Uhr und sehe, dass alle Schüler_innen arbeiten. Ich hatte noch kein allgemeines „Guten Morgen“ gesagt, sonst ja das stumme Zeichen, so langsam die Hefte herauszuholen. Nein, oh Wunder, die Schüler_innen sind von sich aus angefangen. Was will man mehr als Lehrer?

Die Lernenden arbeiten in ihrem eigenen Tempo an den Arbeitsplänen, die auf allen Tischen liegen. Ein Arbeiten im Gleichschritt wäre in den heterogenen Inklusionsklassen auch gar nicht möglich. Ihre Bearbeitungen schreiben sie in das Lerntagebuch. Dieses ist ganz individuell gestaltet und ihr persönlicher Lernnachweis. Das Lerntagebuch sammle ich auch ein und bewerte es. Sie dürfen es auch bei Tests zum Nachschlagen benutzen – ich möchte ja kein Bulimielernen für den Test. Ich bin mir sicher, dass alles, was sie im Lerntagebuch aufgeschrieben haben, auch im Kopf verankert wird.

Die Smartphones gehören auf den Tisch und sind Bestandteil des Lernens. Ich habe die Regel aufgestellt, dass zwischen Klingeln und Klingeln das Smartphone nur für unterrichtsbezogene Dinge benutzt wird. An der Tafel hängen die QR-Codes der Lernvideos oder wichtiger Internetseiten. Die Tafel benutze ich nur für organisatorische Dinge. Lerninfos halte ich auf Flipcharts fest, da man diese auch in den nächsten Stunden noch wieder anschauen kann.

Während der 90 Minuten Lernzeit (ich drücke mich um das offizielle Wort „Unterrichtsstunde“) gibt es natürlich 1-2 kurze Inputs von mir für alle. Die Inputs sind auch für die externe Motivation wichtig. Viele Lerngegenstände sind ja nicht von sich aus spannend und sollten erst durch die Begeisterung der Lehrperson spannend inszeniert werden. An  diesem Punkt finde ich die Haltung als Gastgeber auch wichtig: Der Gastgeber möchte ja sein Essen oder den Anlass, für den geladen wurde, auch in gutem Licht dastehen, damit sich die Gäste wohlfühlen. Und ich glaube fest, wenn die Schüler_innen sich wohlfühlen, können sie auch gut lernen.

Der Lernraum (Fachraum oder Klassenraum) soll ein Ort des Lernens sein. Diese Regel gebe ich als Gastgeber vor. Wenn die Schüler_innen mal nicht gut lernen können, weil sie auf Klo müssen, das Meerschweinchen krank ist, sie mit den Gedanken woanders sind, dürfen sie eine grüne Karte auf den Tisch legen und den Lernraum verlassen. Sie geben mit der grünen Karte das Vertrauen, dieses Recht nicht auszunutzen. Das nervige „darf ich mal auf Toilette“ entfällt und unterbricht nicht mehr die Lernatmosphäre.

Ich habe einen Stuhl mit Rollen in der Klasse, mit dem ich von Tischgruppe zu Tischgruppe  rolle. Ich setze mich an die Tischgruppe und spreche mit den Schüler_innen über ihre Aufgaben oder gebe ihnen noch zusätzliche Inputs. Eine individuellere Betreuung ist kaum möglich. Durch den Rollstuhl kann ich immer auf Augenhöhe bleiben und spreche nicht „von oben“ mit den Lernenden.

 

Lernen in Projekten mit Projektkursen

Lernen in Projekten ist ja eigentlich ein alter pädagogischer Hut. Projektwochen sind seit Jahrzehnten im Jahreskalender fast aller Schulen zu finden. Projektwochen sind meist beliebt bei den Schüler_innen, weil dann der wöchentliche Rhythmus des lehrgangsmäßigen Lernens durchbrochen wird und kein Druck durch Noten, Tests oder Klausuren besteht.

Die Lehrenden sehen Projektwochen unterschiedlich, es gibt die Projektbegeisterten, aber auch die Kritischen, die Projektwochen als Mehrarbeit sehen und Projektzeit als Abzug ihrer Lehrzeit sehen, um das „Pensum“ zu schaffen.

Projekte bleiben trotz langer Erfahrungen eine Insel im pädagogischen Geschäft. An der Stadtteilschule Niendorf in Hamburg, eine Gesamtschule mit Abitur am bürgerlichen Stadtrand, wird schon seit mehreren Jahren versucht, Projektlernen in das alltägliche, wöchentliche Stundenplankonzept zu integrieren. Wir sind davon überzeugt, dass das Projektlernen eine wichtige Säule für den Zugang zur Welt für junge Menschen darstellt. Neben dem lehrgangsmäßigen Lernen (Arbeitsblatt 1 – 5, Chapter 9-12) bietet das Projektlernen viele Vorteile:

  1. Das Lehrgangsmäßige Lernen benutzt eine systematische Erarbeitung eines Lerngegenstandes. Das Lernen im Projekt ist in seiner Systematik prozessorientiert. Der Ablauf steht nicht von vornherein fest und wird im Projekt laufend entwickelt. 
  2. Die systematische Erarbeitung im lehrgangsmäßigen Lernen wird in der Regel von der Lehrperson nach didaktischen Grundsätzen in Form von Aufgaben, Arbeitsplänen oder Stationen vorgelegt. Die Lernenden müssen diesen Lehrgang übernehmen, auch wenn sie einzelne Auswahlmöglichkeiten, meist hinsichtlich des Anforderungsgrades, haben. Im Projekt wird die Aufgabenstruktur gemeinsam zwischen Lehrenden und Lernenden entwickelt. 
  3. Die Ziele im lehrgangsmäßigen Lernen sind von außen, meist durch Bildungspläne, aber auch durch Fächer und Fach-Lehrende festgelegt. Kompetenzen sind genau beschrieben. Die Lernziele werden durch Lernüberprüfungen abgeprüft. Im projektorientierten Lernen sind die Ziele nicht genau definiert, sondern werden im Prozess des Projektes schrittweise definiert und auch geändert. Die Form der Zielüberprüfung ist offen. 
  4. Lehrgangsorientiertes Lernen hat eine eher lineare Struktur. Aufgaben bauen aufeinander auf, Kompetenzen werden Schritt für Schritt entwickelt. Im projektorientierten Lernen findet man eine eher konzentrische, zyklische Struktur, in der der Fortgang des Projektes immer wieder neu bestimmt und abgeklärt wird. 
  5. Im lehrgangsmäßigen Lernen zielt das Handeln eher auf einen kognitiven Gewinn, einen Kompetenzzuwachs, der messbar ist. In einem Projekt liegt das Ziel eher auf das Erreichen eines Produktes, eines Ergebnisses. Der Kompetenzzuwachs ist eine Art „Nebeneffekt“. Im Projekt spielt die Erfahrung eine größere Rolle als das Wissen. 

Was sind die Vorteile projektorientierten Lernens?

  1. Projektlernen ermöglicht mehr selbstgesteuertes Lernen. Eigene Entscheidungen der Lernenden sind nötig. Dadurch könnte sich mehr Kreativität entwickeln, aber auch eine Überforderung eintreten. 
  2. Projektlernen ermöglicht selbstbestimmteres Lernen. Das Gefühl eines entfremdeten Lernens kann geringer sein. 
  3. Projektlernen ermöglicht einen größeren lebensweltlichen Bezug. Es werden in der Regel Produkte hergestellt, in denen sich die Ergebnisse des Lernens vergegenständlichen. Das ermöglicht eine größere Identifizierung der Lernenden mit dem Lernen. 
  4. Projektlernen hat einen starken Bezug zu Erfahrungen mit Prozessen. 
  5. Projektlernen kann einen stärkere emotionale Wirkung haben, was eine Verankerung des Gelernten und Erfahrenen im Gehirn begünstigt.

Seit mehreren Jahren werden an der Stadtteilschule Niendorf in den Jahrgängen 8 und 9 die Klassen nach „Profilklassen“ zusammengestellt, in denen ein gemeinsames Projekt im Vordergrund steht. Es gibt Profilklassen „Stage“, „Innendesign“, „Bewegung und Gesundheit“, „Music“, „Medien“, „Natur“ usw. Die Profilklassen arbeiten an einem Schultag 6 Unterrichtsstunden an ihrem Projekt. Dabei sind die Klassen auch aufgefordert, möglichst oft die Schule zu verlassen und außerschulische Lernorte zu besuchen.

Dieses Konzept der Profilklassen wird nun weiter entwickelt. An kommenden Schuljahr starten wir im Jahrgang 7 mit Projektkursen. Auf die schulorganisatorischen Gründe (Klassenlehrer_innen können ihre Klasse länger führen, Schulwechsler vom Gymnasium können leichter integriert werden, das Projektlernen wird um ein Jahr verlängert, Jg. 7-9) möchte ich hier nicht weiter eingehen. Das Setting, es wird einen Schultag lang sechs Unterrichtsstunden in einem Projekt gearbeitet, bleibt erhalten.

Mit der Einführung von Projektkursen kann das Projektlernen um ein Jahr ausgeweitet werden. Einen Tag in der Woche können die Schüler_innen 6 Unterrichtsstunden lang an einem Projekt arbeiten. Die Projekte werden aus mindestens zwei Fächern gebildet. Die Schüler_innen wählen für drei Jahre einen Projektkurs mit einem Schwerpunkt. Wir bieten künstlerische, gesellschaftliche, bewegungsorientierte, naturwissenschaftliche gesellschaftliche und   produktionsorientierte Projektkurse an.

Das Stundenkontingent stammt aus dem Bereich der Wahlpflichtkurse, die seit dreißig Jahren wichtiger Bestandteil der Gesamtschulen sind.

Die Ausbildungsordnung erlaubt leider noch nicht, im Zeugnis eine Projektnote auszuweisen. Die Benotung muss einem Fach zugeordnet sein, für das ein Bildungsplan existiert. Noten soll es auf jeden Fall geben, denn an der Schule hat (leider) nur das einen Wert, was auch benotet wird. Wenn wir das Projektlernen ernst nehmen wollen, muss auch eine Note ausgeben werden. Zu der Benotung werde ich noch einen weiteren Beitrag verfassen.

Im klassischen Verständnis sollte es auch einen Projektkurs „Medien“ geben. Ich glaube jedoch, dass (digitale) Medien kein Inhalt an sich sind, sondern ein Mittel der Weltaneignung, die an allen Inhalten angewendet werden können. Ich kann mir eher einen Projektkurs mit einem Inhalt vorstellen, der als Arbeitsmittel besonders digitale Medien benutzt.

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Brauchen wir regionale Nutzerkonferenzen?

Das Bundesbildungsministerium und die Kultusministerkonferenz macht eine Konferenz zur Digitalen Bildung in Berlin, gerade tagt die #digiFG zur digitalen Flüchtlingshilfe. Zweimal im Jahr trifft sich die nationale EduCommunity auf den Educamps und noc auf diversen Kongressen. Brauchen wir aber nicht auch regionale Treffen, um nicht nur Absichten zu besprechen, sondern ganz konkret etwas zu machen?

Ich wohne und arbeite in Hamburg und die Hamburger sind mit dem Hashtag #digiHH vernetzt. Die Hamburger treffen sich unregelmäßig bei den Edudrinks im betahaus zum Networken. Danach geht aber jeder wieder in seine Institution, meist der Schule, wo wieder der Alltag beginnt. Letztendlich ist die Gruppe der Menschen, die sich hier treffen, verschwindend klein im Verhältnis zu den 16.000 Lehrer_innen, die es in Hamburg gibt.

Brauchen wir nicht regionale Konferenzen, auf denen es möglich ist, ganz praktisch konkrete Unterrichtsprojekte zu entwickeln, anstatt immer nur über die Wichtigkeit des digitalen Bildungswandes zu reden? Gemeinsam Lernvorhaben planen in den Fächern und Klassenstufen! Hier könnten die Menschen zusammenkommen, die regional mit digitalen Ressourcen arbeiten. Lehrer_innen werden meist dann von der Nützlichkeit neuer Lernmöglicheiten überzeugt, wenn diese für ihr eigenes Unterrichtshandeln von Vorteil sind.

Hier könnten regionale Nutzerkonferenzen helfen, die Digitalisierung in den Schulen weterzubringen. Konkrete Fächer, Konkrete Themen, kurze Wege. Wer macht mit?

Hart aber fair: nicht die reine Lehre zählt…

Vor zwei Wochen lief im ersten die Polit-Diskussion „Hart aber fair“ zum Thema „Machen Handys dumm?“.  Ich habe mir die Sendung in der Mediathek einen Tag später angeschaut und nach 30 Minuten entnervt abgeschaltet. Immer wieder ging es um die Radikalpositionen: Der unermüdliche Manfred Spitzer beharrte auf seiner Position, dass Lernen mit elektronischen Geräten keinen wissenschaftlich nachgewiesenen positiven Effekt habe, und sein Gegenpart, Frank Theelen, der eine flächendeckende Programmierausbildung für Schüler forderte, um der US-amerikanischen Dominanz in der Programmierung etwas entgegenzusetzen.  

Trotz des Abschaltens ließen mich die Gedanken an die Sendung nicht los: Was bedeutet das für die Schule, für das Lernen. Helfen und Radikalpositionen weiter? 

Ich glaube, es muss nicht jeder Schüler programmieren lernen. Es ist richtig, dass Europa der US-amerikanischen Dominanz in der Programmierung von Betriebssystemen und Apps etwas entgegen setzen sollte. Dazu ist wirklich ein Informatikunterricht an den Schulen notwendig. Aber der muss nicht flächendeckend für alle sein, sondern für die interessierten. Er sollte auch flankiert sein von gesellschaftswissenschaftlichen Kenntnissen. An meiner Schule findet im Moment kein Informatikunterricht statt – mangels Lehrer_innen. 

Auch das Argument von Manfred Spitzer, dass die Nutzbarkeit von Lernen mir elektronischen Medien wissenschaftlich nachgewiesen werden müsse, sollte man nicht so einfach vom Tisch wischen. Aber er meint immer ein entweder-oder. Lernen mit digitalen Ressourcen ist nicht besser als mit analogen Methoden! Aber, und das finde ich entscheidend, es erweitert die Möglichkeiten. Deshalb ist die Frage, die Spitzer immer wieder aufwirft: besser oder schlechter? Nicht richtig.  Die entscheidende Frage ist, erweitern die digitalen Ressourcen die didaktischen Möglichkeiten? Nicht die Frage: entweder – oder ist die richtige, sondern welche Chancen bieten digitale Ressourcen. 

Und unter diesem Aspekt fand ich den Beitrag von Rangar Yogishwar sehr hilfreich, der meinte, dass alle technologischen Neuerungen eine lange Zeit brauchen, um sich gesellschaftlich zu etablieren. Das neue an der digitalen Revolution sei jedoch, dass die Gesellschaft und die Menschen kaum Zeit haben, sich der rasanten technologischen Entwicklung zu folgen und ihr Verhalten anzupassen. Egal ob Eisenbahn („der Mensch kann keine Geschwindigkeiten über 30 km/h überleben“), das Auto („ich glaube an das Pferd“, Kaiser Wilhelm II), das Radio, das Fernsehen („Ihr kriegt quadratische Augen“, meine Eltern 1975), das Telefon, alle technologische Neuerungen haben eine kritische und innovative Seite. Das Neue ist, dass die technologische Entwicklung so schnell ist, dass die Menschen und die Gesellschaft kaum hinterher kommen. Und deshalb fand ich die Beitrag von Rangar Yogishwar, doch bitte etwas Gelassenheit an den Tag zu legen, sehr richtungsweisend. 

Deshalb glaube ich, das Hauptargument, warum sich Schule mit digitalen Medien beschäftigen sollte ist: weil is sie gibt! 

Die Schule als  Instiution für die Reproduktion für Gesellschaft hat die Aufgabe, den technologischen Wandlungsprozess zu begleiten und denSchüler_innen die Möglichkeit zu geben, sich in diesem Transformationsprozess zurecht zu finden. Dieser Prozess ist widersprüchlich, wie alle bisherigen gesellschaftlichen und technologischen Wandlungsprozesse, aber wir als Schule müssen ihn annehmen, und dürfen nicht in einem Abwehrreflex (Spitzer) und nicht in einem Überreflex (Alle müssen programmieren können) verfallen. Wir befinden uns in einem digitalen Wandel, ob wir wollen oder nicht. Und darauf muss die Schule reagieren. Sonst nimmt sie ihre Verantwortung für die gesellschaftliche Reproduktion nicht wahr. 

Digitale Ressourcen gehören in die Schule – wir müssen damit umgehen lernen.