Persönlichkeitsentwicklung kommt in der Schule zu kurz?

In seiner Studie fordert der Aktionsrat Bildung, nach den fachlichen Verbesserungen durch die PISA-Tests die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler nicht zu vernachlässigen.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article140536003/Was-deutsche-Schulen-den-Kindern-nicht-beibringen.html

Diesen Artikel habe ich gestern auf der Fahrt zwischen zwei Besuchen meiner Schüler im Betriebspraktikum des Jahrganges 12 gelesen. Mir wurde dabei bewusst, wie wichtig diese Gespräche mit SchülerInnen außerhalb der Schule für ihre Persönlichkeitsentwicklung ist. Ich habe an einem Tag fünf intensive 30-45minütige Gespräche mit meinen Schülern geführt, wie sie intensiver und unterschiedlicher kaum sein könnten. Es ging nicht um fachliches Lernen, um Noten, worum sich die Gespräche in der Schule oft drehen. Es ging um Lebensperspektiven, um Hoffnungen und Ängste, um Ermutigung und Chancen.

Wie hilfreich waren die Menschen, die die Schüler im Praktikum in den Betrieben betreuen. Es gab viel Lob für die jungen Leute, aber auch viel Lebenserfahrung, die weitergegeben wurde. Für mich als Lehrer gab es viele Einblicke in unterschiedliche Berufe und ein update darüber, was Betriebe eigentlich von der Schule erwarten. Und es gab einen ganz neuen Blick auf meine SchülerInnen.

Ich halte diese Gespräche auch in der Oberstufe für sehr wichtig. Ich würde mir wünschen, dass sie von der Schulleitung auch unterstützt werden und nicht zur Privatangelegenheit der Lehrer erklärt werden. Auch 18jährige Oberstufenschüler sind noch nicht fertig und brauchen noch viel Unterstützung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Das kann der fachlich fragmentierte Unterrichtsalltag an der Schule oft nicht leisten, da deckt sich die Forderung der Schule mit meinen Beobachtungen.

Um so wichtiger sind solche Gespräche im Betriebs- oder Sozialpraktikum. Außerhalb der schulischen Konstellation können Gespräche auf Augenhöhe geführt werden, die oft richtungsweisend sein können.

Aus diesem Grunde halte ich ein Praktikum, egal ob berufs- oder sozial-orientierend in der Oberstufe für sehr wichig und persönlichkeitsbildend. Und die Betreuung durch die LehrerInnen ist ebenso wichtig, weil sie persönlichkeitsbildende Impulse setzen kann.

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