Abitur

In Hamburg geht es jetzt in die Ferien, die Abiturfeiern sind sind gefeiert, die Abiballkleider wieder in den Schrank gehängt. Die „Abi13“ Aufkleber auf den Autors fahren weiter durch die Stadt. In vielen Reden wurden die Erfolge gefeiert, die guten Notendurchschnitte, die größere Anzahl der Abiturienten, die ersten Abgänger von den neuen Oberstufen der Stadtteilschulen.

Es ist in der Tat ein Erfolg, dass vielen Schülerinnen und Schülern, denen in der 4. Klasse nicht das Abitur zugetraut wurde, jetzt  mit genau diesem Papier die Schule verlassen. Ich habe einem Schüler nach der Zeugnisübergabe die Hand gedrückt, der ohne Gymnasialempfehlung jetzt einen Abischnitt von 1,3 hingelegt hat. Daran zeigt sich die Unmöglichkeit dieser Prognose für Schüler mit 9 Lebensjahren.

Haben wir nun diese Abiturienten gut auf die vor ihnen liegenden Aufgaben vorbereitet? Sie haben ihre Prüfungen in Mathe, Deutsch, Englisch usw. gemacht und Klausuren geschrieben. In der Präsentationsprüfung haben sie immerhin ein Thema selbst bearbeitet. Sind diese jungen Leute nun darauf vorbereitet, sich an die drängenden Fragen unserer Gesellschaft zu machen? Sind sie motiviert, weiter zu lernen, um diese Fragen lösen zu können? Werden sie die langhaltenden Batterien entwickeln, um die fossile Zeit im Autoverkehr abzulösen? Werden sie neue Formen des Zusammenlebens in einer alternden Gesellschaft finden? Werden sie es schaffen, Europa zu retten? Könnte es ihnen gelingen, gesunde Lebensmittel ohne Massentierhaltung herzustellen? Sind sie kreativ genug, der ostasiatischen Konkurrenz zu begegnen?

Haben wir sie gut vorbereitet?

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