Lernentwicklungsgespräche

Zwei Tage lang Lernentwicklungsgepräche (LEGs). Zwei Tage lang je 30 Minuten mit einem Schüler oder einer Schülerin über die Lernentwicklung sprechen. Nicht viel im Vergleich zu der Zeit, die wir sonst in der Schule verbringen. Aber trotzdem eine wertvolle Zeit, in der wir und mit dem einzelnen Menschen beschäftigen. Eine Zeit, in der über die Erfolge und Perspektiven gesprochen werden kann.

Lernentwicklungsgespräche sind keine „gut dass wir darüber gesprochen haben“ – Gespräche, sondern strukturierter Austausch über Erfolge und Gelungenes, über Leistungen und auch Niederlagen, über Gefühle und Sicherheiten, über Perspektiven und Anschlüsse. Sie münden immer in Vereinbarungen, die schriftlich festgehalten werden. Es nehmen auch die Eltern verpflichtend an den LEGs teil, aber der Focus bilden die Lernenden.

Ausgangspunkt eines LEGs sind die Potentiale und die Stärken der SchülerInnen, denn sie sind die Basis für alles was kommt. Klagen über fehlende Hausaufgaben oder mangelnde Motivation der jungen Leute in Richtung Eltern haben auf den LEGs keinen Platz. Auch die emotionale Seite des Lernens ist ein wichtiger Ausgangspunkt für das Gespräch: „Fühlst du dich in der Klasse wohl?“; „Lernst du gerne?“; „Hast du Freundinnen in der Klasse, mit denen du zusammen Lernen kannst?“ usw.

Dann sind die persönlichen Ziele ein wichtiges Gesprächsthema. „Was möchtest du erreichen?“; „Kannst du diese Ziele mit deinen Leistungen schaffen?“ Hier muss man sich natürlich auch mal die Noten anschauen.

Wichtig ist mir die Haltung, in der ich die Lernentwicklungsgespräche führe. Ich gehe in die Rolle des Fragenden, der es ermöglicht, dass die jungen Leute Erkenntnisse über ihre Ziele und Wünsche und auch über mögliche Wege dorthin erhalten. Durch Nachfragen kann ich die Möglichkeiten gut herausarbeiten und helfen, die Gedanken der Lernenden zu strukturieren. Aussagen wie „du musst…“ oder „du sollst…“ vermeide ich. Bei der Formulierung von Fragen hat mir das Buch von Carmen Kindl-Beilfuß: Fragen können wie Küsse schmecken“ sehr geholfen.

Foto am 20-11-2012 um 08.09

Die Lernentwicklungsgepräche werden immer mit der Formulierung von maximal drei Zielen beendet. Ziele sind erreichbar, überschaubar und überprüfbar. Sie sollten einen Erfolg ermöglichen, denn Erfolg ist der Treibstoff unseres Handlens. Viele SchülerInnen wünschen sich z.B. eine größere Beteiligung am Unterrichtsgespräch. Ich vereinbare dann mit ihnen ein über drei Woche laufendes Protokoll, in dem sie jeden Beitrag von ihnen im einem Symbol eintragen. Drei Einträge pro Tag können schon ein Erfolg sein. Nach drei Woche zeigt mir die/der SchülerIn das Protokoll und wir feiern gemeinsam das Erreichte.

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